30 Jahre Grenzschützenprozesse – Podiumsdiskussion zur tödlichen Flucht von Heinz-Josef Große und der juristischen Aufarbeitung des DDR-Grenzregimes

03.09.2026 19:00 - Offenes Ende

Asbach-Sickenberg. Vor 30 Jahren verhandelte das Landgericht Mühlhausen die tödliche Flucht von Heinz-Josef Große, der am 29. März 1982 im Schifflersgrund von zwei DDR-Grenzsoldaten erschossen wurde. Bis 2001 führte das Gericht insgesamt 24 Grenzschützenprozesse. Der Fall von Große war außergewöhnlich. Der Tatort, der inzwischen zum Außengelände des Grenzmuseums gehörte, war nahezu im Original vorhanden und konnte von Richtern, Staatsanwälten und Verteidigern gemeinsam besichtigt werden. Außerdem war es am Landgericht der einzige Fall mit Augenzeugen auf dem Gebiet der Bundesrepublik. 23 Zeugen, Sachverständige und Gutachter wurden vernommen. Ende 1996 verhängte das Gericht jeweils Freiheitsstrafen von 15 Monaten auf Bewährung, eine davon nach Jugendstrafrecht.
 Bei der Podiumsdiskussion sprechen Experten und Zeitzeugen über den Prozess gegen die beiden Schützen und ordnen die juristische Aufarbeitung des DDR-Grenzregimes in größere historische Zusammenhänge ein. Rolf-Erich Barié war Strafverteidiger einer der beiden angeklagten Grenzsoldaten. Der Historiker Gerhard Sälter setzte sich als langjähriger Mitarbeiter der Stiftung Berliner Mauer intensiv mit den Opfern und Verantwortlichen des DDR-Grenzregimes auseinander. Christian Stöber ist Leiter des Grenzmuseums Schifflersgrund, das sich unmittelbar am Todesort von Heinz-Josef Große befindet. Moderiert wird das Gespräch, bei dem auch historische Bilder und Videosequenzen gezeigt werden, von Anne Vaupel-Meier. Das Grußwort spricht die Schirmherrin der Veranstaltung, die Thüringer Ministerin für Justiz, Migration und Verbraucherschutz Beate Meißner. Der Eintritt ist kostenfrei. Herzliche Einladung.

Veranstaltungsort: Grenzmuseum Schifflersgrund
Veranstalter: Grenzmuseum


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